Kurzfristig freigenommen und raus an die Sonne! Heute ist wieder ein richtig goldener Herbsttag. In der Früh war der Boden noch total gefroren, gegen Mittag taute es an der Sonne aber und es wurde schön matschig und glitschig. Begleitet mich doch ein Stück auf meinem Spaziergang:

matschige Trampelpfade....
Ich versuche die Fotos immer auf höchstens 5 zu beschränken, hat ja nicht jede/r einen schnellen Internetzugang.
Auf dem Weg gibt es rechts und links immer viel zu sehen, zu schnuppern, einfach mal wieder richtig durchatmen, Stille – bis auf den Hubschrauber, der wohl nach einem Vermissten am Berg sucht. Als der zum Tanken wegfliegt ist wieder Ruhe.

überall Hagebutten
Mein Eintritt in den Wald wird von einem Eichelhäher lautstark allen anderen Waldbewohnern angekündigt. Das Alarmsystem des Waldes funktioniert bestens. Er begleitete mich dann auch ein ganzes Stück des Weges misstrauisch und krächzte immer wieder auf mich herunter. Über uns zog ein Mäusebussard seine Kreise, immer wieder seinen Raubvogelschrei ausstoßend. Außer diesen beiden und viel Laubgeraschel war nichts zu hören.

am Waldrand
Auf einer Lichtung ziemlich weit oben schon steht eine Holzbank in der Sonne. Sie war sogar trocken und ich machte hier Pause. Und weil ich so unbeobachtet war, nachdem hier unter der Woche wirklich niemand anzutreffen war, machte ich einen ausgiebigen Chakrenausgleich mit Reiki hier im Sitzen. Danach machte ich noch Runenyoga mit der Rune Algiz, weil die Sonne so schön auf die Handflächen schien. Hier in der Sonne hatten sogar einige Pilze überlebt, die meisten sind in den letzten Nächten erfroren.

die letzten Pilze?
Dann ging ich noch ein Stückchen weiter hoch zu einem Aussichtspunkt bevor ich mich wieder an den Rückweg machte. So allmählich kam der Schatten und es wurde wieder beißend kalt.

schöne Aussicht in den Neuschnee
Und auf dem Rückweg bekam ich wieder etwas zum Nachdenken mit auf den Weg. Ich stieß um eine Kurve fast mit einem Mann zusammen, der da stand und auch Aussicht genoss. Wir kennen uns und hatten uns schon ewig nicht mehr getroffen. Also wurde geratscht (im Schatten, so dass mir mein verschwitzter Rücken eisig kalt wurde…). Im Verlauf des Gesprächs fragte er mich, ob ich denn keine Angst hätte, als Frau so allein im Wald. Seine Frau würde sich das nicht trauen.
Im Weitergehen wallte dann allmählich Zorn in mir auf. Ein Mann kann allein überall hingehen, während eine Frau immer Angst haben muss? Vor was? Genau, vor Männern! Komisch ist aber, dass grade in letzter Zeit diese ganzen U-Bahn-Schläger immer auf andere Männer eindreschen und sie sogar totschlagen. Müssten dann Männer allein nicht auch Angst haben? Eigentlich ist jede/r allein potentiell gefährdet. Soll man jetzt deshalb nur noch daheim herumsitzen und sich selber des Lebens draußen berauben? Das Leben ist nicht sicher, ist es nie gewesen und wird es nie sein – egal wie viele Gesetze gemacht werden, egal welche Strafen verhängt werden, gegen alles kann man sich nicht absichern.
Auf dem weiteren Weg gab ich mir im Laufen wieder Reiki, um wieder in eine friedlichere Stimmung zu kommen.
Und jetzt wird gekocht – es gibt Brokkoli-Kartoffelbrei mit über Buchenholz geräuchertem, marinierten Tofu, das ganze überstreut mit Sonnenblumenkernen und zerriebenen Sonnenblumenblütenbättern – und dazu Luisa Francias „das magische Kochbuch“.