Grade habe ich das Buch “die Essensvernichter” von Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn gelesen, das zeitgleich mit Valentin Thurns Film “Taste the Waste” herauskam.
Dass Privathaushalte und der Handel vieles an Nahrungsmitteln wegwerfen, sogar bevor es verdorben ist oder noch vor Ablauf des Mindesthaltbar-keitsdatums, das war mir schon bekannt, grade bei Brot. Aber wieviel es wirklich ist, nämlich ein Drittel der produzierten Lebensmittel (!), das hätte ich nicht gedacht. Was ich auch nicht wusste ist, dass die Felder teilweise nicht mehr abgeerntet werden und man sich die Erntezeit spart, falls kein Bedarf z.B. an Salatköpfen besteht und lieber wunderbar knackiger Salat wieder untergepflügt wird. Ich dachte, das sei bei der EHEC-Hysterie eine Ausnahme gewesen. Auch wie viele Kartoffeln auf dem Feld verbleiben, weil Größe und Form der Handelsnorm der EU nicht entsprechen. Dass man Schweine in der EU nicht mehr mit Essensresten füttern darf, nicht mal, wenn die durch Erhitzung fütterungstauglich gemacht wurden. Dafür muss für die Schweinemast extra Getreide/Soja angebaut werden, was in der Menge der Gesamternte von Österreich entspricht. Wir fischen die Meere leer um ein Drittel verzehrbarer Fische und Garnelen einfach nur wegzuwerfen.
Dass Deutschland das einzige Land ist, in dem ein Griff in eine Mülltonne strafrechtlich als Diebstahl verfolgt wird, das hat mich auch erstaunt, aber nicht verwundert.
Das Buch wiederholt sich zwar immer wieder, aber insgesamt hat sich die Lektüre doch gelohnt. Gefühlt werfe ich nicht viel weg, doch jetzt werde ich noch besser drauf aufpassen. Laut Ilse Aigner bestimmt der Verbraucher durch seine Nachfrage den Handel. Ok, dann werde ich in Zukunft meine Händler mit Nachfragen nach extra krummen Gurken, herzförmigen Kartoffeln und Äpfeln kleiner als 6 cm Durchmesser nerven

frisch aus der Bücherei






… ja ich habe den Film auch gesehen … und mir standen alle Haare zu Berge !!!
Total heftig was dort im Namen von uns Konsumenten geschieht …. während anderswo Menschen verhungern und uns die “Mächtigen” immer noch erzählen wollen es gäbe nicht genug für uns alle ….
Traurig!!
Und dann noch mit dem Export unserer Überschüsse zu Dumpingpreisen nach Afrika die dortigen Märkte komplett kaputt machen.
Es ist echt ein Wahnsinn.
Ja, den Film kenne ich auch….schlimm ist das !
Ein anderer interessanter Film ist auch “We feed the world”, dort geht es um Lebensmittel , die gentechnisch verändert werden. Wenn man das alles bedenkt, wird einem ganz anders…
Liebe Grüße an dich, Lunadea ♥
Ich greife ehrlich gesagt mittlerweile echt zum krummen Gemüse und dem, was voraussichtlich weggeworfen wird.
Da aber eh am Ende des Tages genug im Regal liegen bleibt, bringt das wohl gar nichts, schätze ich.
@Lunadea
Das finde ich auch so schlimm. In den USA verklagen Gentechnikfirmen jetzt schon “normale” Bauern, weil die angeblich ihr Saatgut pflanzen. Dabei breitet sich das ja durch Pollenflug ganz von selber aus. Irgendwann wird es gar kein Gemüse mehr in Demeterqualität geben, weil sich die genveränderte Saat schon überall eingebracht hat. Da muss über kurz oder lang einfach ein Umdenken her.
Herzgruß,
Alruna
@FibrePiratess
Ich auch
Manchmal werden die Preise am Abend auch noch gesenkt, da nehme ich auch immer noch einiges an Salat und Gemüse mit.
Liebe Grüße
Alruna
Das ist ein Grund, weswegen wir ab und zu containern gehen… Diebstahl hin oder her, damit lasse ich mich nicht einschüchtern. In unserem Bioladen kaufen wir auch oft Sachen, die am selben oder am nächsten Tag “ablaufen” (was totaler Unsinn ist), die gibt es dort dann günstiger. Aber wir können halt auch nicht alles kaufen und mir tut es jedesmal weh, wenn ich die ganzen Lebensmittel sehe, die abends mit Sicherheit in den Müll wandern, nur weil sie ein Haltbarkeitsdatum vom selben Tag tragen…
Das tut echt weh, wenn man das sieht.
Lass dich mal nicht erwischen!
Herzliche Grüße,
Alruna
Das ist auch ein Thema, dass mich immer wieder beschäftigt und das ich total wichtig finde. In unserer Gesellschaft ist ein Umdenken dringend nötig in so vielen Bereichen, aber ganz besonders eben auch im Bereich Nahrung und Konsum, was viel enger miteinander verknüpft ist, als wir uns das oft eingestehen.
Eine Veränderung ist aber auch nur durch uns möglich. Die Politik ist viel zu eng mit der Wirtschaft verknüpft, als dass es sinnvoll wäre darauf zu warten, dass “die da oben” etwas verändern.
Hi
also, zuerst einmal hat Neuseeland jetzt ein Gesetz verabschiedet, dass den Anbau von Gemüse zum Weiterverkauf unter Strafe stellt (kurz gefaßt. das ist noch bissel komplexer, aber das ist die Richtung). (Monsanto freuts)
dass der Griff in die Mülltonne strafbar ist, halte ich für einen kompletten Wahnsinn. Und dass Leute schon angezeigt worden sind, weil sie Kartoffeln stoppeln gegangen sind, ist auch irgendwie verrückt. Das haben meine Vormütter jahrzehntelang gemacht. Aber wir fragen meistens vorher nach. Auch bei Mais oder Gedreide (Mais aber nur zur Deko)
Es gibt zudem eine Seite (mundraub.de oder .org), wo sich “freie” Obstbäume und sowas finden, die gepflückt werden dürfen. Und wo auch Ernteorte eingetragen werden können.
grüßlis
Tatsächlich habe ich bis vor kurzem auch alles weggeworfen, nur weil das Haltbarkeitsdatum überschritten war, bis mir irgendwer klarmachte, dass das Haltbarkeitsdatum das Mindesthaltbarkeitsdatum ist. Und wenn man auch bei Brot und Milchprodukten vorsichtig sein muss – bei Konserven kann man durchaus noch Monate warten, bis man sie wegwerfen muss.
Neulich wollte ich allerdings Reis kochen, dessen Haltbarkeitsdatum schon Monate überschritten war, aber als ich die Tüte öffnete, roch der Reis doch zu komisch und ausserdem war er klebrig – da habe ich ihn doch lieber weggeworfen.
Ja, das mit den weggeworfenen Lebensmitteln ist ein Skandal. Und noch schlimmer ist die Tatsache, dass man mit dem Geld, das für die Rüstung ausgegeben wird, alle Hungernden in der Welt satt machen könnte…
Und dann werden uns die Kinder mit den Hungerbäuchen und den riesengrossen Elendsaugen in den Nachrichten gezeigt und es wird um Spenden gebeten…
Das ist doch pure Heuchelei, es wird einem schlecht vor soviel Unverstand der Menschheit.
Dass es je ein Umdenken geben wird – glaubst du das wirklich?
Das ist auch ein Thema was mir die Wut in den Bauch treibt. Ich habe auch den Film “We feed the World” gesehen, wo es u.a. auch um Massentierhaltung am Beispiel Huhn geht. Es wird sehr drastisch gezeigt, wie mit der “Ware” Huhn umgegangen wird. Auch wenn Fleisch als Bio-Fleisch angeboten wird, werden die Tiere nicht unbedingt so gehalten, wie wir uns das vorstellen. Die EU-Richtlinien sind hier eher lachhaft. Aber trotzdem noch besser als aus konventioneller Haltung. Demeter und Bioland haben aber z.B. noch zusätzliche Kriterien aufgestellt, was als “Bio” bezeichnet werden darf. Wenn man bei Fleisch allerdings ganz sicher sein will, sollte man lieber ganz verzichten. Das tue ich, seit ich das Buch von Jonathan Stroer “Tiere essen” gelesen habe.
Aber ansonsten ist man als Verbraucher ziemlich ausgeliefert. Eine ganz tolle Organisation zum Thema Essen ist übrigens foodwatch. Die rufen auch immer wieder zu Unterschriftenaktionen im Internet auf und mischen sich ein, wo es geht.
Wir haben ja das Glück ein großes Grundstück zu haben, wo wir viel Gemüse selbst anbauen können. Und unsere Eier kommen von den eigenen Hühnern. Uns fehlt eigentlich nur noch eine Kuh für die Milch und den Käse
Liebe Grüße
Nadja
falls bei euch in der region was angebaut wird, kannst du auch direkt zu den bauern gehen und dort ware kaufen, die sie nicht auf den markt bringen dürfen. wir machen das so mit äpfeln, kartoffeln, erdbeeren und vielen anderen erzeugnissen.
@Ima
Man muss sich wirklich immer vor Augen halten, dass viele Einzelne auch eine Masse ergeben, die etwas bewirken kann. Leider ist den meisten aber scheinbar immer noch alles egal und die lesen so ein Buch auch nicht.
@Irka
Man kann es wirklich manchmal nicht fassen, was da alles patentiert werden kann. Wo soll das noch hinführen und was für ein Fortschritt soll denn das bitte sein?
Da sind diese zum Pflücken freigegebenen privaten Obstbäume doch mal wieder ein kleiner Lichtblick. Leider viel zu wenig, wenn ich sehe, wieviel Obst an Bäumen vergammelt, weil die Leute zu faul sind, es zu pflücken und zu verarbeiten.
@Sica
Wenn was komisch riecht oder aussieht, dann gehört es auch weg. Aber das meiste Zeug ist wirklich noch lange drüber haltbar. Brot lässt sich auch gut einfrieren, wenn man mal mehr eingekauft hat, als dann verbraucht werden kann. Ich habe meinen Vorratsschrank jetzt nach Ablaufdatum sortiert. Da dürfte also nichts mehr unbemerkt nach hinten rutschen. Dabei habe ich auch festgestellt, dass Vollkornnudeln mit Mindesthaltbarkeitsdatum 2010 noch einwandfrei sind
@Bhandruidh
Ja, das ist wirklich das nachhaltigste was man machen kann – auf Fleisch, Eier und Milchprodukte weitgehendst verzichten. Und wenn, dann sich den Erzeugerhof mal genauer ansehen.
Ein großes Grundstück für Gemüseanbau, das könnte mir auch noch gefallen. In meinem Garten auf moorigem Lehmboden wächst leider nicht so viel kulinarisches, nur ein paar Kräuter mögen es hier.
@Amala
Bei uns gibt es nur Kuhweiden soweit das Auge reicht, reine Milchwirtschaft. Unebene Böden, kleine Parzellen und rauhes Klima. Oder Wald und Moor. Aber wir sind hier gut versorgt mit Biogemüsekisten im Abo, und überhaupt Bioläden, die saisonales Obst und Gemüse aus dem Unterland und vom Bodensee (also der Nachbarschaft) verkaufen.
Liebe Grüße
Alruna
steter tröpfen höhlt den stein und aus vielen tropfen wird eine welle, oder so
Hi!
Wenn ich das geahnt hätte, dass dort kein Rauchverbot ist, dann hätte ich mich vorher auch gut medikamentös abgesichert. Aber wir sind so selten auf Konzerten und das letzte Mal 2009 (wir schaffen das oft mit den Diensten nicht, leider) und war bei einer völlig vergleichbaren Veranstaltung eben Rauchverbot und ich muss asgen, dass ich einfach echt davon ausgegangen bin, dass gerade bei Konzerten mal als ersten der Nichtraucherschutz durchgezogen wird. Jetzt weiß ich´s besser und den Lungen geht´s auch wieder gut
Wünsch dir einen schöne Woche!
Schön, dass Ihr trotzdem einen tollen Abend hattet und noch besser, dass es dir wieder gut geht.
Ja, ich weiß was du meinst, mein Mann arbeitet auch Schicht, oft auch am Wochenende, da kann man nicht grade viele Unternehmungen zusammen planen. Umso wertvoller ist dann die gemeinsame Zeit.
Liebe Grüße
Alruna