Während die Natur aufblüht, alles in frischem Grün und bunten Farben erstrahlt, kann man zwischen all dem neuen Leben den Tod grinsen sehen. Was noch nicht kräftig genug ist, raffen Frost, Hagel, Stürme dahin, nur das Starke, Kräftige, Gesunde überlebt. Das Schwache geht wieder ein in den Kreislauf von Werden und Vergehen, hilft den Starken zu Überleben, wird zu Nahrung, Humus und Nährstoff des Bodens. Was uns grausam erscheinen mag, ist von der Natur durchaus sinnvoll eingerichtet.

herrliche Farben
Auch Tiere trauern um verstorbene Artgenossen oder liebgewonnene Menschen. Das sollte man vielleicht auch bei der „Nutzviehhaltung“ mal überdenken. Als mein Zierkarpfen starb, wollte mein Goldfisch 3 Tage lang nichts mehr fressen und saß nur apathisch am Boden. Ein neuer Gefährte, den ich ihm daraufhin mit ins Becken setzte, wurde eine Woche lang von ihm extrem aggressiv angegangen – den wollte er nicht, er wollte den Zierkarpfen wieder haben. Man kann auch bei Tieren also nicht einfach Ersatz für einen Gefährten liefern. Daraus hatte ich dann bei den Kaninchen gelernt. Als eines starb, wurde es nicht ersetzt, denn die beiden waren wie ein altes Ehepaar gewesen, sondern mein Mann und ich kümmerten uns dann eben intensiver um das verbliebene. Wie kann man dann Kühen, Schweinen oder „Zuchthündinnen“ einfach ihre Kinder wegnehmen? Zum Glück gehen schon viele Biobauern zu Mutter-Kind-Haltung in Freilaufställen über. Wenn schon über Fortschritt diskutiert wird, dann bitte nicht immer nur um industriellen, sondern auch mal über Fortschritt im ethischen Verhalten und im Umgang miteinander, das schließt Tiere für mich mit ein.
Bei meinen mittäglichen Spaziergängen durch den Stadtpark entdeckte ich vor einer Woche eine tote Krähe. Zwar schon ausgewachsen, wohl aber noch nicht so flugtauglich lag sie mit Genickbruch unter einem Baum. Eine Woche später lag sie immer noch da, aber nur noch zur Hälfte. Diese Hälfte war über und über bedeckt mit weißen Maden. Ich finde es überaus interessant, wie die Natur alles verwertet, bis wirklich erst mal nur die Knochen übrig bleiben. Ein Mausopfer meiner Katze war innerhalb von nur 3 Tagen von Ameisen und Schnecken radeputz bis auf die Knochen weggefressen. Ich hatte die Maus liegen gelassen, weil ich das mal beobachten wollte. Erst wollte ich den winzigen Schädel auskochen und aufheben, habe es mir dann aber doch anders überlegt.

Verfall
Gestern brachte mir meine liebe Katze wieder eine Maus und ein Starenmädchen als Geschenk. Als ich sie schimpfte, gähnte sie nur – soviel zu meiner Autorität Katzen gegenüber…
Der Kater hat auch schon wieder eine tiefe, eiternde, stinkende Wunde im Gesicht, da muss ich auch noch was besorgen, um das zu säubern. Mach das grade, wenn der Kerl nicht stillhalten will – aua! Während er gefuttert hat, habe ich ihm wenigstens schon mal Reiki drauf gegeben. Davon ist er so müde geworden, dass er erst mal eine Runde im Katzenhäuschen geschlafen hat. Meine Tierärztin hat so blöde Öffnungszeiten, nur abends. Der Kater ist aber nur in der Früh um 6 Uhr pünktlich da, abends kommt der Herr, wann er will. Ich kann den armen Kerl doch nicht einen ganzen Tag lang in die Transportbox sperren, einen freiheitsgewohnten, betagten Streuner. Also muss ich mir eben wieder mal selber helfen und die Wunde selber versorgen. Bisher habe ich das auch immer hinbekommen, aber diese Wunde sieht schon sehr übel aus. Allmählich wird er auch selbstbewusster, was die Behandlung nicht erleichtert. Wo er früher wie erstarrt auf dem Arm verharrte und sich nur unauffällig herauswinden wollte, traut er sich jetzt, seinen Unmut kundzutun. Mein Mann ist da keine große Hilfe, Katerchen lässt sich nur von mir festhalten und an ihm herumzupfen. Verstehe ich eigentlich nicht, denn er bekommt sein Futter von uns beiden, wer eben grade da ist.

Früh um 6 Uhr, warten auf Frühstück
Ich kann es nur immer wieder betonen: wer sich ein Tier ins Haus oder in die Wohnung holt, hat somit ein neues Familienmitglied adoptiert. Man übernimmt damit die volle Verantwortung für dieses Lebewesen und hat sich darum zu kümmern. Man soll es nicht vermenschlichen, sondern artgerecht behandeln – auch wenn das manchmal schwerfallen mag
Ein Tier braucht Futter, das es verträgt, und manchmal eben auch Medizin oder den Tierarzt. Da können schnell ganz schön hohe Kosten zusammenkommen.
Es braucht Zuwendung, Liebe, Aufmerksamkeit, Freiheiten, wie auch jedes menschliche Familienmitglied. Es macht Schmutz, macht mal was kaputt, also sollte ein Tierhalter auch nicht grade zu pingelig sein.
Aber ein Tier macht so viel Freude, gibt so viel zurück. Und wird je nach Tierart früher oder später auch in den ewigen Kreislauf der Natur zurückgehen, eine große Lücke und Schmerz hinterlassen.
Will man das alles auf sich nehmen, dann ist man bereit, ein Tier zu sich zu nehmen.
Irgendwie bin ich jetzt total vom eigentlichen Thema abgekommen. Egal, ist ja mein Blog

Frühstück im Regen






Liebe Apaika!
Wenn ich so den ersten Teil lese,….sollte ich mich vielleicht auch langsam mal unter die Erde legen, zu Humus werden, damit ein paar Pflanzen auf mir wachsen können…..
….ganz easy und locker! Ich seh´den Tod nicht so verbissen!
Zum zweiten Teil kann ich nur sagen,….das wir nicht mal die besseren Tiere sind, sondern nur die Überheblicheren, und damit andere quälen, die uns gar nicht so unähnlich sind.
Es sind Wesen wie wir, die Tiere, nur reden sie halt nicht deutsch…
Der nächste Teil erinnert mich doch sehr an die „Hexenküche“, wie sie immer in schlechten Filmen dargestellt wird, wo man eine alte Hexe über einen Kessel gebeugt sieht, die Schlangenhäute und Froschaugen genüßlich da rein tut……grins……..
Ja, es ist schon interessant,…und gehört zum Leben,….der Tod. Bedauerlicherweise wurde uns da eine Art „Scheu“ anerzogen, die ganz schlecht raus geht.
Du hast schon recht eigenwillige Tierchen muss ich sagen. Aber Katzen sind halt oft so. Ich find´s eigentlich gut, wenn die Tiere so selbstständig sind.
Genau deshalb, möchte ich die Verantwortung nicht mehr übernehmen, will ich mir auch keine Tiere mehr zulegen.
Viele tun das zu bedenkenlos,….“ach wie niedlich, ein kleines Kätzchen,..oder Hündchen“….
Aber, was da noch alles so dazugehört,……wird oft am Anfang übersehen.
So, jetzt geh´ich erst mal essen.
Ganz liebe Grüße
Rosi
Liebe Rosi,


so einfach schleichst du dich nicht davon, eine Weile wirst du es schon noch machen müssen
Ich möchte mal in einer Maisstärke-Urne unter einem Baum begraben werden. Löst sich alles komplett auf und der Baum hat noch was davon.
Die Scheu hatte ich noch nie, ein entfernter Onkel von mir war Bestatter. Wenn wir da in meiner Kinderzeit auf Besuch waren, fand ich die Särge und das ganze Zubehör schon ganz schön interessant und gruselig.
Ja, meine Tiere waren schon immer sehr eigene Persönchen – sie suchen sich halt schon immer die passenden Menschen aus
Da hast du auch Recht, du hast schließlich genügend Personen im Haushalt, um die du sich sorgen kannst/musst…..
Einen guten Appetit!
Ich konnte grade Katerchen in die Transportbox stopfen und zum Tierarzt bringen. Mein Mann wird ihn dann gleich wieder abholen, ich fahr jetzt zu meinem Schamanen-Vortrag
Bis bald
Apaika
„Wie kann man dann Kühen, Schweinen oder Zuchthündinnen einfach ihre Kinder wegnehmen?“
Oje, jetzt mache ich meinen ganzen guten Ruf kaputt, aber wenn mir etwas wichtig ist, dann eine unveromantisierte Sicht der Dinge. Gerade Mutter Erde ist sehr hart und gnadenlos. Mitleid und Trauer sind Einzelfälle und eher hinderlich, wenn man überleben will.
Ein Fisch, der anfängt zu trauern und deshalb stoisch rumschwimmt wird im Nu gefressen und sich nie fortpflanzen. Ich bin Fischer und habe eine Vorstellung davon, wie brutal es in Gewässern zugeht. Die christliche Hölle ist herrlich entspannt im Vergleich hierzu.
Die allermeisten Tiere fressen ihre Artgenossen und ganz viele auch ihre eigenen Nachkommen, wenn es um ihr Überleben geht. Schweine sind sogar so klug, dass sie aus einem Wurf, die schwächeren Ferkel auffressen, damit sie mehr Milch für die Geschwister haben.
Bei ziehenden Herdentieren werden schwache Kälber auch immer zurückgelassen. Die Trauer der Kuh hält sich in Grenzen.
Wisst ihr was passiert, wenn ein Löwenmännchen den Kampf gegen ein jüngeres Männchen verliert? Erst tötet er alle Nachkommen der Weibchen des Rudels und dann schwängert er sie alle, die das auch entspannt mitmachen, weil sie gleich rollig werden.
Es ist ein wenig modern in allen Kreisen von religiös aktiven Menschen, dass sie sich gegenseitig vergewissern, wie kalt sie der Gedanken an den Tod läßt. Das halte ich nur dann für ehrlich, wenn derjenige keine Lust mehr hat, zu leben.
Denn erstens weiss keiner wirklich, was nachher passiert, oder ob überhaupt und ausserdem ist das Leben viel zu schön und einzigartig. Wer sagt, er „weiss“, dass er wiedergeboren wird (und dann auch noch so erleuchtet dabei lächelt), dann bezeichne ich ihn als Lügner, denn man kann das nicht wissen, das ist Wunschdenken.
Ich sehe dem Tod nicht entspannt entgegen. Er treibt mich, Dinge zu tun, noch einmal was mit den Kindern zu unternehmen und nicht einfach nur jeden Tag in der Kneipe zu versacken. Ohne einen gesunden Respekt vor dem Tod, werden wir antriebslos. Oft habe ich sogar Angst davor, zu sterben, denn es gibt noch so viel zu tun …
@Raphael
Ich habe durchaus keine romantisierte Sicht der Natur, wie kommst du denn darauf? Zu Anfang habe ich doch geschrieben, dass was uns grausam erscheint, die Natur durchaus sinnvoll eingerichtet hat. Das verstehe ich aber nur für Wildtiere und alles was sich wehren oder fliehen kann oder eben der natürlichen Auslese zum Opfer fällt. Nicht jedoch für Haus- und Nutztiere, für die der Mensch Sorge und Verantwortung zu tragen hat. Würdest du deinen Hund mit gebrochenen Beinen den Aasfressern überlassen um der Natur ihren Lauf zu lassen, ihn eher erschießen oder doch lieber zum Tierarzt bringen?
Dass das bei Löwen und im übrigen auch bei wildlebenden Hauskatzen so ist wie du schreibst, das weiß ich. Das kann ich auch akzeptieren. Ich kann auch akzeptieren, dass ein Indio am Amazonas einem Faultier die Knochen bricht, damit es nicht weglaufen kann. Ein totes Tier verwest in der Tropenluft zu schnell und es ist Nahrung. Aber in reichen und sogenannten zivilisierten Ländern, in denen es Nahrung im Überfluß gibt, kann es einfach nicht sein, mit Tieren die keine Fluchtmöglichkeit haben und sich nicht wehren können, so unzivilisiert umzugehen, ganz zu schweigen von den allgemeinen Haltungsbedingungen. Und es handelt sich eben nicht um zu schwache Kälber, die der natürlichen Auslese zum Opfer fallen. Ein ethischer Umgang mit Tieren – das liegt mir sehr am Herzen und hat nichts mit Romantik zu tun.
Der Gedanke an den Tod lässt niemanden kalt – wo soll ich das denn geschrieben haben?
Aber Angst vor dem Tod an sich habe ich wirklich nicht, nur vor dem Sterben, vor Schmerz und Siechtum und ja, dass der Zeitpunkt zu früh sein könnte. Ich bin überzeugt davon (wissen kann ich es natürlich nicht – habe ich auch nirgends geschrieben….), dass der Tod auch wieder eine Geburt darstellt, denn alles wandelt, nichts vergeht, und das tröstet mich ungemein. Ob das eine Wiedergeburt in ein neues Erdenleben sein wird oder was anderes kommt, keine Ahnung, das weiß ich dann wenn ich hinübergehe.
„Der Gedanke an den Tod lässt niemanden kalt – wo soll ich das denn geschrieben haben?“
Das war an die GreyOwl gerichtet.
Ethisch verträglicher Umgang mit Tieren ist ok. Da hast Du ganz recht.
Haustiere müssen für mich eine von zwei Bedingungen erfüllen: Entweder sie sind nützlich oder lecker, am besten beides. Dann gehe ich natürlich zum Tierarzt, um den Wert zu erhalten. Diese überflüssigen rattenähnlichen Kleinhunde würde ich allerdings eher den Schweinen als Futter vorwerfen, als sie durch eine Krebstherapie zu schleifen. Das meine ich mit unromantisch.
Hmm, aber einem Tier die Knochen zu brechen, damit es nicht wegläuft, das finde ich schon ein wenig hart. Das erinnert mich an Zeiten, wo einer zu schlachtenden Kuh die Augen eingedrückt wurden, damit die Leute der Umgebung hören, dass es bald Fleisch gibt. Nö, Tiere quälen, das finde ich, sollte man als Mensch immer vermeiden, selbst wenn es einen Nutzen bringen sollte. Ich verwende auch keine lebenden Köder beim Angeln. Deswegen sind wir ja zivilisiert.
„Ich bin überzeugt davon (wissen kann ich es natürlich nicht – habe ich auch nirgends geschrieben….), dass der Tod auch wieder eine Geburt darstellt“
Bitte nicht ärgern, ich will es nur klären, damit ich es verstehe: Wie kannst Du davon überzeugt sein, es aber nicht wissen?
Nach allem, was wir wissen können, ohne gleich zu glauben, ist nach dem Tod einfach Schluss, die Zellen und die Energie lösen sich auf und wird dem Energieerhaltungssatz gemäß zwar nicht vergehen, aber die Struktur, die man heute als Mensch darstellt ist für immer futsch. Wir bleiben allenfalls in unseren Kindern erhalten und in Geschichten.
Es sind zumeist alte und kranke Menschen, die sich die Hoffnung erhalten wollen, dass es noch etwas gibt und diese Panik einfach zu verschwinden, die löst eine religiöse Trotzreaktion aus. Dann erfindet Mensch, schon seit er denken kann, ein Modell, bei dem seine „Seele“ irgendwie erhalten bleibt, aber begründen läßt sich das nicht. Natürlich finden diese Modelle reichlich Anhänger, denn wer möchte sich nicht etwas Schönes über den Tod erzählen lassen?
Ich vergleiche das mit einem Buch. Mit der letzten Seite, dem letzten Wort ist es zu Ende. Dass man es noch zum Verheizen oder als Toilettenpapier verwenden könnte (war es nicht Nanny Ogg, die sagte, ein Almanach ist eine tolle Sache, wenn die Seiten dünn sind und die Tinte nicht zu sehr abfärbt?) ist das eine, aber man wird nie wieder das selbe Buch zum ersten mal lesen können. Es ist verbraucht, hat seine Aufgabe erfüllt. Wichtig ist nur, dass es ein gutes Buch war, sonst war die Zeit, in der man es gelesen hatte, verschwendet.
Ich kann nur bestätigen, daß Tiere trauern.
Meine Katze Samira hat mitgeteilt, daß sie sich sehr um ihre Tochter sorgt. Dieses Wesen hat was Elfenhaftes an sich. Allmählich erst beginnt sie zu verstehen, daß sie hier auf dem Planeten Erde gelandet ist, auf dem die Gesetze der Materie gelten und daß sie einen Körper hat, auf den man aufpassen sollte. Da ist die Sorge der Mama sehr verständlich. Mit dieser Sorge kam ein tiefes Gefühl von Trauer rüber über den möglichen Verlust.
Und vor ein paar Tagen hat eben die Elfenhafte – Lalamica heißt sie – einen kleine Amsel gefangen. Deren Mama ist ganz aufgeregt auf und ab gelaufen, voll in Panik. Aber sie konnte ihrem Kind ja nicht helfen. Ich hab für beide, für das sterbende Vogelkind und die aufgeregte Vogelmama, ein Ritual gemacht und darum gebeten, daß sie Unterstützung bekommen.
Danke Mizi, für deinen lieben Kommentar.
@Raphael
Jetzt hast du mein Bild von dir wieder zurechtgerückt
Hatte mich nicht geärgert, war nur verwundert…
Tja, bei mir ist es mit Haustieren immer schon anders gewesen. Der materielle Wert eines Tieres ist mir völlig wurscht (und du hast Recht, Hund sollte schon noch Hund sein, mag diese Überzüchtungen auch nicht – aber die armen Tiere können wie immer nichts dafür). Bei uns sind sie Familienmitglieder mit Rechten und Pflichten – dabei sollen sie gerne nützlich, brauchen aber nicht unbedingt lecker sein. Getötet werden sie nur, wenn sie Schmerzen haben, leiden und man ihnen nicht mehr helfen kann. Wobei ich nicht ausschließen möchte, dass ich bei einer Hungersnot doch zu Fleisch greifen würde – aber da müsste ich wirklich kurz vor dem Verhungern und sehr verzweifelt sein.
Danke, dass du wenigstens keine Lebendköder verwendest
Warum ich überzeugt bin ohne zu wissen: ich seh schon deine Augen himmelwärts rollen – ich habe Erinnerungen an frühere Leben. Und ich habe meine lange verstorbene Großmutter schon zweimal ganz deutlich an meiner Seite gespürt und wusste, was sie mir mitteilen wollte. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass nach dem Tod nicht Schluß ist. Das ist auch Bauchgefühl, auf das ich mich in der Regel immer verlassen kann. Wissen ist dagegen Verstandessache und der Verstand ist natürlich erst mal skeptisch. Kommen diese Erinnerungen vielleicht nur durch ein Anzapfen der Akashachroniken oder dem auf irgendeiner Ebene gespeicherten Bewusstsein, in dem alles was sich je zugetragen hat oder noch sein wird gespeichert ist? Vielleicht habe ich ja nur mal was gelesen, was sich im Unterbewusstsein festgesetzt hat? Wollte ich Oma in einer Krisensituation als Helferin dabei haben? Ich weiß es nicht. Aber meine Erklärung finde ich immer noch logischer. Deshalb bin ich überzeugt ohne wirklich zu wissen. Außerdem ist es doch komisch, dass überall auf der Welt an Wiedergeburt geglaubt wird, egal in welchem Kulturkreis. Sogar die alten Christen glaubten an Wiedergeburt, bis ein paar alte Männer bei einem Konzil beschlossen, dass sie nicht mehr wiederkommen wollen und es aus ihrem Glauben gestrichen haben. Ich bin jedenfalls schon unheimlich gespannt, wie es wirklich weitergeht. Nur allzubald brauche ich dieses Wissen noch nicht.
Dasselbe Buch lese ich selten zweimal, denn es gibt ja so viele neue interessante Bücher, die sich lohnen gelesen zu werden. Also will ich auch auf keinen Fall dasselbe Leben nochmal – neue Chance, neue Herausforderungen, alle Facetten kennenlernen
„…ich habe Erinnerungen an frühere Leben. Und ich habe meine lange verstorbene Großmutter schon zweimal ganz deutlich an meiner Seite gespürt…“
Ach so! Das. Ja, das ist normal. Das spüren wir alle. Das meine ich auch damit, dass wir in unseren Kindern weiterleben. Man träumt ja auch oft von Menschen und Erlebnissen in einer immensen Detailgenauigkeit.
Hier habe ich für mich eine logische und auch magische Erklärung gefunden: Das kollektive Unbewußtsein frei nach Jung. Unser Körper enthält Information unserer Vorfahren, wir tragen sozusagen einen Teil ihres Gedächtnisses mit uns rum. Das finde ich sogar irgendwie schön. Man kann mit den Ahnen in Kontakt treten, indem man in sich hinein hört.
Mööönsch, jetzt nimm mir doch nicht meine schöne Überzeugung! Wir haben doch keine Kinder, in denen wir weiterleben können, also plädiere ich weiterhin für ein neues Leben in neuem Zustand
Ja, das kollektive Unterbewusstsein meinte ich mit „auf irgendeiner Ebene gespeichertem Bewusstsein“. Eine schöne, logische und intelligente Erklärung – aber Jung wurde auch schon in manchem widerlegt…… und beweisbar ist es eben auch nicht. Wobei ich seine Archetypenthese durchaus schlüssig und nachvollziehbar finde.