Gestern war ein Abend, vor dem es mich schon richtig gegraust hatte: ein Empfang mit über 1.000 geladenen Gästen in vornehmem Rahmen. Früher bin ich zu sowas schon mal recht gern gegangen, jetzt ist es mit dem Essen schon ein Problem und diesmal kam noch dazu, dass ich auf der Bühne mit einem kleinen Chor Background singen sollte. Die Generalprobe am Nachmittag hatten wir schon mehr oder minder verpatzt, es war alles ein wenig chaotisch. Oh weh, hoffentlich geht es am Abend dann auch gut.
Es ging also los, wir hatten uns schon am Rand in Bühnennähe Tische gesichert. Oh weh, auf dem Tisch stand eine Karte mit der Menuefolge – also kein Buffet wie ich gehofft hatte – und alles so gar nicht vegan… Voraussichtlich hatte ich in meiner Handtasche 2 Brezen mit Veggie-Würstchen gebunkert. Mein Plan B war also, mich gelegentlich zu den Rauchern zu gesellen und dort immer ein paar Häppchen meiner Verpflegung zu verzehren.
Der Service war erstklassig, alles klappte wie am Schnürchen, das beeindruckte mich total. Nach jeder längeren Rede gab es wieder einen Gang mit den erlesenen kleinen Speisen, dazu spielte eine Band auf der Bühne Evergreens, jazzig angehaucht, und völlig unaufdringlich im Hintergrund, so dass man sich gut unterhalten konnte. Ich winkte den ersten Gang gleich weiter mit der Bemerkung „nein danke, bin Vegetarier“ und hatte eine Minute später eine vegetarische Variante dieses Ganges vor mir stehen. Boah! Ich beschloss nicht an Bauchweh zu denken und die vegetarischen Speisen trotz Sahne- und Käseanteilen zu genießen. Nachdem ich diesmal wieder als Chauffeur dran war ließ ich mir nur einen kleinen Schluck des hervorragenden Rotweines einschenken, an dem ich dann den ganzen Abend neben meinem Wasser nippte.
Nach der letzten Rede und vor dem Dessert waren wir dann dran und machten uns auf den Weg hinter die Bühne. Puh, unser Stichwort, rauf auf die Bühne und unser kleines Programm abgespult. Ratzfatz hatten wir es geschafft, alles war gut gegangen. Zurück am Tisch bekamen wir als kleinen Dank etwas Hochprozentiges spendiert. Ich schob mein Glas weiter, wegen Führerschein und so… Wir hatten es noch recht lustig bei uns am Tisch. Als die meisten schon gegangen waren hieß es, dass wir die Blumen der Tischdekoration mitnehmen durften, weil die sonst weggeworfen würden und ich nahm mir eine geschnittene Ranunkel mit

Farbklecks im Winter
und eine Topfpflanze mit weißen Blüten. Kennt die jemand von euch? Ich bin mir nicht sicher, was das für ein Pflänzchen ist.

Blüten der Mondgöttin
Dann Autoscheiben freigekratzt und Richtung Heimat gefahren. Um 1 Uhr war ich dann aber doch im Bett. Zum Glück habe ich mir heute gleich frei genommen, denn ich bin total müde, der Magen ist noch beleidigt und schmollt (sprich: mir ist total schlecht) und der Himmel ist strahlend blau. Ich mummel mich jetzt ein und setze mich im Schnee in die Sonne, schlafe eine Runde und freu mich an dem Gefühl, dass das gestern der letzte Termin war, der in meinem Kalender stand. Der Februar sieht noch ganz leer aus, erst im März steht wieder was drin. Ahhhhh!























